Welcher Hundehaltertyp bist du?

Welcher Hundehaltertyp bist du?

Es gibt zwei Spezies von Hundehaltern: Die, die sich auf den Hund vorbereiten, bevor sie ihn anschaffen und die, die sich einfach einen Hund anschaffen. Zu welchem Typus Hundehalter gehörst du?

Der vorbereitete Hundehalter

Du hast über die Anschaffung eines Hundes ziemlich lange nachgedacht: Pro und Kontra genauestens abgewogen. Passt ein Hund zu deinem Leben? Passt dein Leben auch zu dem eines Hundes? Du hast dich nächtelang durch Internetforen und –Seiten gelesen und dir Bücher zum Thema Hund gekauft. Von Hundeerziehung von GU über „Katzen würden Mäuse kaufen“ bis hin zu Verhaltensforschung von Bloch und McConell hast du alle Bücher verschlungen. Du suchst dir, bevor der Hund bei dir einzieht, einen Hundetrainer/Verein aus und planst das spätere Zusammenleben akribisch. Auch die Rasse und den Züchter suchst du dir aus – schließlich muss alles passen.

Du besuchst mehrere Züchter, die natürlich in einem dem VDH angeschlossenem Verein züchten und suchst dir einen aus, bei dem der Hundehaltung sowie die zwischenmenschliche Beziehung passt. Du fährst für den Welpen 400 km und hast deine Wohnung vor Einzug welpensicher gemacht.

Der unvorbereitete Hundehalter

Du siehst in der Zeitung eine Annonce mit Bild. Sechs süße Welpen schauen dir direkt ins Gesicht und jeder scheint dir zu sagen: „Nimm mich!“. Du und dein Freund fahrt spontan hin und schaut euch die Hunde an. „Ich will nur gucken“ hast du ihm gesagt. Er lässt sich breitschlagen. Beim Züchter angekommen tapsen dir sechs süße Welpen entgegen. Einer ist besonders forsch. Er scheint dich ausgesucht zu haben. Der Züchter, ein eher unsympatischer Zeitgenosse sagt „Der da ist zu haben – alle anderen sind schon reserviert“. Du schlägst deinen Freund breit den Hund mitzunehmen, bevor er ganz alleine beim Züchter bleiben muss. Von der Hündin keine Spur, das stört dich aber nicht. Der Züchter drängt drauf dass ihr den Welpen sofort mitnehmt. Papiere gibt’s nicht, dafür war der Hund aber billig. Außerdem ist er süß.

Ein Starter-Paket für den Welpen bekommt ihr auch nicht, dafür kauft ihr an der Tankstelle nebenan Pedigree, denn schließlich ist Sonntag und der Discounter um die Ecke hat geschlossen.

Das Zusammenleben mit dem Hund

Der vorbereitete Hundehalter

Die erste Zeit:

Du gehst mit deinem Hund in die Welpenstunde. Du bist stolz, wenn er sich mal nicht in der Wohnung erleichtert hat und überhaupt: die ersten Nächte waren der Horror. Du hast kein Auge zugemacht, weil du komplett angezogen auf der Couch geschlafen hast, damit du sofort aufspringen kannst, wenn der kleine sich zum Pipi machen meldet. Du rennst fünf mal in der Nacht von der 4. Etage deiner Großstadt-Wohnung nach draußen, weil du glaubst der kleine Scheißer muss mal. Dass kleine Hundewelpen nichts gruseliger finden als sich draußen zu entledigen, das hast du in deinen schlauen Büchern nicht gelesen, da es dir anscheinend arglistig verschwiegen wurde. Deshalb macht der kleine Prinz immer in die Wohnung, sobald ihr wieder vom „Pipi machen“ nach oben kommt.

Nach der zweiten schlaflosen Nacht denkst du drüber nach den Welpen zurück zu bringen, weil du der Sache nicht gewachsen zu sein scheinst.

Später:

Du und dein Hund, ihr besteht die Begleithundeprüfung mit Bravour. Du liebst es, einen gut erzogenen Hund zu haben, der jeden Scheiß mitmacht. Du hast die perfekte Rasse für dich gefunden und dein vierbeiniger Kumpel ist genau das was du dir gewünscht hast. Da du ihm als Welpen alles gezeigt hast, was für den Alltag unerlässlich ist, ist er der entspannteste Hund überhaupt. Du lässt deinen Hund nicht kastrieren, denn du bist der Meinung alles ist Erziehungssache.

Natürlich wird dein kleiner gebarft. Denn nur das ist die richtige Ernährung für einen Hund.

Du arbeitest Vollzeit und suchst dir Hobbies, die mit deinem Leben mit Hund zu vereinbaren sind. Auch kommt der kleine jeden Tag zu einer Hundesitterin.

Der unvorbereitete Hundehalter

Die erste Zeit:

Du schläfst die Nächte durch, alles läuft wie am Schnürchen. Eine Freundin hat dir gesagt, dass der Hund nach dem Essen, Schlafen und Spielen immer sofort raus muss zum pipi machen. Du hältst dich brav dran, Hundi macht sein Häufchen. Gelegentlich passiert mal ein Malheure, aber das ist egal, denn ihr habt fast überall in der Wohnung Fliesen.

Du triffst dich zum Spielen mit anderen Hunden im Park. Ihr übt ein bisschen Sitz und Platz, es klappt manchmal.

Später:

Du arbeitest jetzt Vollzeit und gehst hinterher zum Sport. Dein Hund ist den ganzen Tag alleine zu hause. Dein Freund arbeitet im Schichtdienst, ihr seht euch kaum. Deine Mutter passt manchmal auf deinen Hund auf. Seither hat dein Hund etwas zugelegt, da Mutti ihn immer mit Wienern füttert. Das macht nichts, deinem Hund scheint es ja gut zu gehen.

Probleme? Ach was!

Der vorbereitete Hundehalter

Leider gibt es trotz deiner Vorbereitung und dem verschlingen von 10 Büchern Probleme: Andere Hunde mögen deinen kleinen Prinzen nicht. Obwohl er sich immer so freut, wenn er andere Hunde oder Menschen sieht. Er flippt schier aus und wedelt überschwänglich mit dem Schwanz und fiept. Wie aus dem Nichts wird er gelegentlich von anderen Hunden gebissen. Du kannst dir das nicht erklären, denn dein Hund macht ja gar nichts. Du suchst dir professionelle Hilfe bei einer Hundetrainerin. Geld spielt keine Rolle.

Der Hundetrainer erzählt dir, dass das Problem doch bei deinem Prinzen liegt. Der hat nämlich kein Bock auf andere Hunde. Außerdem ist die Freude keine Freude, sondern pure Aufregung. Das wiederum nervt andere Hunde, die ihm durch Körpersprache signalisieren, dass dein Prinz sich mal beruhigen soll. Das bekommt dein kleiner Prinz in aller Aufregung aber nicht mit. Letzte Konsequenz ist dass die anderen Hunde mal zubeißen.

Der unvorbereitete Hundehalter

Dein Hund hat ein Problem mit anderen Rüden. Auch markiert er überall. Du lässt ihn kastrieren, weil dich das ständige Urinieren nervt. Hinterher hat er immer noch ein Problem mit anderen Rüden. Egal, denn du hast dein Bestes gegeben. Außerdem ist der Nachbarsrüde eh letzte Woche vom Auto angefahren worden. Das Problem hat sich somit von allein geregelt.

Am Ende des Hundelebens

Der vorbereitete Hundehalter

Dein Hund hat Krebs uns das obwohl du ihn sehr gesund ernährt hast. Deine Hundekrankenversicherung kommt für alle Kosten auf, aber dein Prinz schafft es doch nicht.

Der unvorbereitete Hundehalter

Dein Übergewichtiger Hund wird 15. Er hat deiner Tochter das laufen beigebracht, sie hat sich immer an ihm hochgezogen und so stehen gelernt. So unverträglich er mit anderen Hunden ist, so Menschenlieb ist er. Außer den Postboten, den findet er doof. Er gibt die Post jetzt immer beim Nachbarn ab. Sicherheitshalber.

Du kannst nicht alles akribisch planen. Das Leben kommt wie es kommt.

Teilen auf:Share on Facebook0Share on Google+0Tweet about this on Twitter0

Andy ist seit 2012 Hundebesitzerin und ist für mehr Rücksicht, Toleranz und Akzeptanz von Hundebesitzern. Das schafft man nur wenn man mit gutem Beispiel voran geht und deshalb hat sie 2015 fair-auf-pfoten.de mitgegründet.

Ein Gedanke zu “Welcher Hundehaltertyp bist du?

  1. Axel schreibt:

    Hey Andy!

    Wir haben uns als Ehepaar einen Hund zugelegt.
    Dabei sind dann beide Spezies zum Vorschein gekommen! 😉 Und das ist ziemlich lustig.

    Mit einem gesunden Mittelweg hat es dann funktioniert.

    Gruß Axel

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>