Schluss mit Hass

Jetzt hat’s sich aber ausgehasst!

Kaum eine Glaubensgemeinde ist vielschichtiger und kontroverser, als die der Hundehalter. Unzählige verschiedene Meinungen, Überzeugungen und Philosophien, die einander teilweise völlig widersprechen. Nicht selten münden diese Meinungsverschiedenheiten in heftigen Diskussionen, die dann sogar im Streit enden. Streit um Lebewesen, die man liebt? Klingt für mich total absurd. Was würde der Hund wohl dazu sagen? Oder Bertolt Brecht?

Wie wäre es denn, wenn man mal für einen Augenblick den Hund einfach Hund sein lässt und sich auf den Verstand des Menschen besinnt?  Mit Glück auf einen gesunden. Ich glaube viel mehr braucht es nicht, um sich sozial verträglich zu verhalten, so man das denn will. Wenn dieser Schritt geschafft ist, lässt sich bestimmt auch ein Hund sinnvoll integrieren. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns bei “Fair auf Pfoten” auch auf den Hundehalter, der aus unserer Sicht den Schlüssel zur Problemlösung darstellt. Hier geht es nicht um komplexe Anforderungen, sondern um ganz wenige, elementare Verhaltensregeln, deren Einhaltung für ein friedliches Zusammenleben in einer Sozialgemeinschaft unerlässlich sind. (Ich glaube, die Formulierung lass ich mir schützen)

Wenn man sich – so wie ich – regelmäßig im Internet bewegt und mit dem Thema Hund beschäftigt, kommt man an Facebook-Seiten wie z.B. “Kot und Köter” nicht vorbei. Eigentlich handelt es sich hierbei um digitale Sternstunden der Bedeutungslosigkeit. In Ermangelung eigener Kreativität werden gebetsmühlenartig thematisch relevante Beiträge wiedergekäut. Die sind im Grunde genommen das Griechenland von Facebook. Schon völlig fertig, aber gehen weiter allen auf den Sack! Es gibt also wirklich keinen Grund sich das anzutun. Wenn, ja wenn, da nicht einige Hundehalter wären.

Eigentlich sollte ich mich mit den anderen Hundebesitzern verbunden fühlen, weil uns ja die Liebe zum Hund vereint. Aber irgendwie macht es mich nachdenklich, wenn die “Hundefreunde” unreflektiert auf alles verbal einprügeln, was auch nur im Ansatz nach “Hundehasser” aussieht und dabei auftreten wie Pac-Man auf Chrystal-Meth. Fremdschämen 2.0. Diese Betriebsblindheit erinnert mich an Fußballfans, die ihren eigenen Spieler frenetisch feiern, weil dieser gerade einen Gegner brutal niedergemetzelt hat.

Ich habe nur wenige (immer noch zu viele) wirkliche Hundehasser im Netz entdeckt , aber viele, die Hundehalter hassen und das auch offen kundtun. Das ist nicht schön, aber ich finde im Rahmen der Meinungsfreiheit muss man das aushalten. Mit der Flut der Beleidigungen und Drohungen durch die “Hundefreunde” aber,  steigt die Attraktivität dieser nutzlosen Seiten in unverdiente Höhen. Mit ihrem rüpelhaften Vorverhalten haben einige Hundehalter leider dazu beigetragen, dass solche Seiten entstehen und sie halten sie jetzt auch noch mit sinnlosen, aggressiven Kommentaren künstlich am Leben. Was für ein perverser Kreislauf!

Wieder sitze ich ratlos vorm Computer und führe meinen Mauszeiger zielstrebig auf das Kreuz oben rechts. Klick! Für einen Moment ist meine Hundewelt in Ordnung, aber irgendwann muss ich das wieder lesen.

“Hass hat schon unzählige Probleme verursacht, aber noch nicht ein einziges gelöst!”

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Ich bin ein humorvoll gereifter Autor, der mit Frau und Hund in einer nahezu perfekten Symbiose in der Nähe von Hamburg wohnt. Frau, Hund, Computer und Schlagzeug füllen meinen Alltag und machen das Leben lebens- und lesenswert.

4 Gedanken zu “Jetzt hat’s sich aber ausgehasst!

  1. Ines schreibt:

    Danke für diesen witzig, charmanten, und durchaus zutreffenden Artikel. Insgesamt ist dieser Blog hier mehr als nur empfehlenswert… Ich hab mich darin *verguckt* 😉

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