Rücksicht Hund und Kinder

Nimm Rücksicht – der Kinder wegen

Ich mag Kinder. Und ich mag Hunde. Und ich befürworte ganz klar die Kombination aus Beidem. Kinder und Hunde können ganz wunderbar zusammen harmonieren, sofern sich Beide an ein paar Regeln halten (und trotzdem sollten sie nie ohne Aufsicht eines Erwachsenen bleiben).

Kindern die Angst vor Hunden nehmen

Nicht jedes Kind kennt den Umgang mit Hunden. Manche haben sogar Angst.
Also nehme ich Rücksicht: Ich leine Emmely an, wenn mir Kinder entgegen kommen. Auf engen Wegen oder im vollen Bus wechsle ich den Platz. Zudem weiß Emmely, dass Bälle von Kindern tabu sind.

Aber ich tue auch aktiv etwas dafür, dass Kinder den richtigen Umgang mit Hunden lernen können. Wenn mich Eltern oder die Kinder selbst fragen, ob sie Emmely mal streicheln dürfen, nehme ich mir gerne die Zeit und erkläre, dass man einen Hund immer von vorne begrüßen & erst schnuppern lassen sollte. Und dass Emmely, wie die meisten Hunde übrigens, nicht so gerne auf dem Kopf, sondern lieber an der Seite gestreichelt wird.

Emmely der Therapiehund

Außerdem arbeite ich mit Emmely tiergestützt. Die Ziele in den Therapien sind ganz verschieden, ein fester Bestandteil ist jedoch immer „ Wie verhalte ich mich einem Hund gegenüber richtig“. Dazu zählen auch Regeln, die bereits Kleinkinder wissen sollten. Man fragt den Besitzer erst, ob man den Hund streicheln darf. Man schmeißt keine Sachen nach einem Hund. Man nimmt dem Hund kein Futter weg. Man hält einen Hund nicht fest. Und noch so einige mehr. Die Regeln gelten ja übrigens nicht nur für Hunde, sondern für jedes Lebewesen.

Emmely mag Kinder wirklich gerne. Und sie freut sich jedes Mal, wenn sie mit zur Arbeit darf.

Damit das allerdings so bleibt, bedarf auch die Rücksichtnahme unserer Mitmenschen.

Kindern ein Vorbild sein

Ihr habt eine Vorbildfunktion!

Wie sollen Kinder den richtigen Umgang mit Hunden lernen, wenn es ihnen falsch vorgemacht wird?

Zu oft muss ich mich über Erwachsene (!) ärgern, weil sie, ohne mich zu fragen, ohne Emmely vorher schnüffeln zu lassen, einfach meinem Hund über den Kopf streicheln. Und das, obwohl sie bereits einen langen Tag hinter sich hatte und dann besonders ungern von Fremden angefasst wird. Wenn ich trotzdem noch versuche freundlich zu erklären, dass ich gerne gefragt werde, bevor jemand meinen Hund anfasst, werde ich häufig belächelt und bekomme unsinnige Antworten wie „Wieso? Der Hund macht doch nichts. Der sieht doch so lieb aus“.

Übrigens: einen schlafenden Hund einfach hinten am Schwanz zu streicheln ist ein absolutes No-Go.

Und auch wenn Emmely so interessante Augen hat, empfindet sie es als äußerst unangenehm, wenn man ihr in die Augen starrt.

Liebe, meist ältere Generation: Wenn Ihr einen Hund streicheln wollt – auch Ihr könnt einfach uns Besitzer fragen. Aber bitte versucht nicht in einem vollen Bus den Hund zu Euch zu locken.

Und liebe Eltern: Bitte achtet auf eure Kinder. Wenn ein Hund irgendwo liegt, sollte das Kind nicht auf ihn zu rennen. Und wenn möglich auch nicht laut schreiend um ihn herum.

Und wenn eurer Kind Gegenstände nach ihm werfen will, solltet Ihr das unterbinden. Und wenn es doch mal passiert ist, wäre eine Entschuldigung vielleicht ganz angebracht.

Ich bin froh, dass Emmely all das inzwischen ziemlich gelassen nimmt. Wenn mich jemand fragt, kann ich einschätzen, ob Emmely jetzt gerne gestreichelt werden würde oder nicht und meinen Hund davor schützen, etwas aushalten zu müssen, was eigentlich angenehm sein sollte.

Denn ich möchte, dass Emmely sich weiterhin gerne von Kindern und anderen Menschen streicheln lässt. Und wir noch vielen Kindern den richtigen Umgang mit Hunden zeigen können.

Über die Autorin:
Lizzy arbeitet als Therapeutin mit Kindern und Jugendlichen, wo sie häufig von ihrer Australian Shepherd Hündin begleitet wird. Auf ihrem Blog „Emmely- das Indinanermädchen“ berichtet sie aber auch von ganz normalen Alltagsabenteuern in der Großstadtprärie.

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Das Projekt Fair auf Pfoten wurde im Juni 2015 ins Leben gerufen.

2 Gedanken zu “Nimm Rücksicht – der Kinder wegen

  1. Silke schreibt:

    Wenn man es sinnvoll anstellt, können beide Seiten von einem (schwierigen) Hund profitieren. Wir haben eine Angsthündin, die auch mal schnappt (aber nicht beißt). Die Kinder (6 und 4) sind ihr nicht geheuer. Das sehe ich und sperre sie zur Not in ein Zimmer, in dem sie sich sicher fühlt.

    Den Kindern sage ich immer wieder, warum sie den Hund jetzt NICHT ansprechen oder streicheln sollen. Erkläre ihnen die Hunde-Körpersprache und dass dieser Hund Ruhe braucht. Es klappt nicht immer, aber mittlerweile haben beide Seiten gelernt, aufeinander Rücksicht zu nehmen und vorsichtig zu sein. Das Schönste: der 6-jährige sagt mir „Ich streichsel sie jetzt nicht, sie hat die Ohren nach hinten und ich sehe das Weiße in ihren Augen. Bestimmt will sie jetzt nicht.“ Da lernt man doch für´s Leben, woll?

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