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MUTHund: Ein Herzensprojekt stellt sich vor

Viele unserer Leser kennen Anna Lenz bestimmt schon durch ihren Blog Canistecture, wo sie von ihren täglichen Erlebnissen mit ihren besonderen Hunden berichtet. Aus dem Umgang mit diesen und anderen besonderen Hunden ist das spannende Projekt  „MUTHund“ entstanden.

Wir haben Anna gebeten uns allen dieses Projekt hier vorzustellen, denn ganz speziell bei schwierigen Hunden werden die Kernthemen von Fair auf Pfoten – Rücksicht, Verständnis und Toleranz – auf eine harte Probe gestellt.

Also Anna, dann stell Dich und dein Projekt doch bitte unseren Lesern vor:

Ich heiße Anna, bin 23 Jahre alt und wohne zusammen mit meinem Freund und unseren zwei Hunden im schönen Bayern.Diese zwei Hunde sind nicht einfach nur meine Hunde, sie sind Inspiration und Lehrer zugleich. Lemmy lebt seit Februar 12 und Iggy seit Dezember 12 bei uns.

Zwei Hunde sind eine Aufgabe, zwei Hunde aus dem Tierschutz noch mehr und zwei Hunde, von denen einer traumatisiert und der andere einfach anders als ein normaler Hund ist, noch viel mehr.

Ich habe schon immer etwas schwierigere Hunde um mich herum gehabt.

Angefangen als ich ein Baby war, mit einer Hündin aus miserabler Haltung und einem sehr dominanten Rüden, über eine Hündin, die vom Züchter kam, aber dort nicht artgerecht gehalten wurden und so mit kaum einem Hund und Mensch auskam, bis jetzt mit Lemmy und Iggy.

Lemmy ist mit einigen Macken zu uns gekommen. Er hatte panische Angst vor Mülltonnen, Gartengeräten, Kindern, Menschen, die sich unkontrolliert bewegen, lauten Geräuschen und noch einigem mehr. Leider wurde er im Sommer 2012 noch von einem Hund angefallen und ins Auge gebissen. Durch den Biss sieht er jetzt auf dem Auge deutlich schlechter. Seitdem sind andere Hunde auch noch auf seine Liste „Dinge, die Lemmy nicht mag“ gekommen. Vor diesem Vorfall war er wirklich sozial und konnte nur mit Hunden, die nicht kommunizieren können, nichts anfangen, darunter fallen Möpse, Chow Chows und noch ein paar andere Rassen.

Iggy ist bei uns eingezogen als Übergang, eigentlich nur für zwei Wochen, aber naja, Lemmy hat sich in sie verliebt und wir uns auch, also ist sie geblieben.Iggy ist kein typischer Hund, sie erinnert an eine Person mit Autismus. Sie kann stundenlang aus dem Fenster gucken, vergisst dabei alles. Sie lebt in ihrer kleinen Traumblase und manchmal erwacht sie aus dieser. Sie spielt wie eine Katze, vergisst das sie aufs Klo muss und auch sonst ist sie einfach ein sehr, sehr anderer Hund.

Glaub mir, ich bin oft im Bett gelegen, habe mir die Augen ausgeheult, weil ich nicht mehr weiter wusste.

Es gab mit den zwei schon richtige miese Tage, an denen ich gedacht habe ich schaffe es nicht mehr. Tage an denen ich an mir so sehr gezweifelt habe, Tage an denen ich beschimpft wurde.Mein Glück war, dass ich so einen tollen Freund habe, dem das Reden anderer egal ist, der mich immer wieder aufbaut, mich aber auch auf meine Fehler hinweist.Es gibt „Freunde“, die sich von uns abgewandt haben, weil sie es nicht verstehen, dass wir uns für zwei Hunde entschieden haben. Diese „Freunde“ verstehen nicht, dass wenn man uns besucht, man nicht ins Schlafzimmer schauen darf, denn das ist die sicherer Höhle unserer zwei Fellnasen.Es gibt einige, die nicht verstehen, wieso ich einen Blog über Hunde habe, „Freunde“, die mit Hunden einfach nichts anfangen können.

Seit Lemmy und Iggy eingezogen sind hat sich unser Leben sehr verändert.Unser Freundeskreis wurde kleiner, aber die bestehenden Freundschaften viel intensiver.

Sich für einen Hund mit Vergangenheit zu entscheiden, sollte eine gut durchdachte Sache sein, denn diese Hunde sind wie Wundertüten ohne Guckloch.Ich habe mich viel mit mir und mit meinem Verhalten gegenüber Hunden beschäftigt, ich habe viel dadurch gelernt und möchte anderen Hundehaltern helfen.

Ich möchte die Person sein, die zuhört, den ein oder anderen Tipp gibt und einfach da ist und die Probleme versteht.

Da ich weiß, was man mit solch‘ besonderen Hunden durchmacht, möchte ich für andere eine Hilfe sein.Aus diesem Grund habe ich mein Herzensprojekt MUThund gestartet. MUThund steht für Hunde, die anders sind, die besonders sind und dadurch für den ein oder anderen schwierigen Moment sorgen. MUThund steht für Hundehalter, die wieder Spaß mit ihrem Hund haben wollen und dabei an sich arbeiten möchten. MUThund steht für Hundehalter, die sich besser kennenlernen und (wieder) ein Team mit ihrem Hund werden möchten. MUThund steht für ein miteinander von Mensch und Hund, tollen neuen Erfahrungen und Mut im Zusammenleben mit solch‘ besonderen Hunden.

Ich biete Coaching und Mentoring für Hundehalter an und es wird auch bald ein eBook geben.

Mit diesem Herzensprojekt hoffe ich anderen Hundehalter helfen und ihnen zeigen zu können, dass sie nicht alleine sind.

Vielen Dank Anna. Wir werden die Entwicklung deiner Idee hier weiter verfolgen. Wer noch mehr über MUTHund erfahren will kann dieses Projekt auch auf Facebook besuchen:

Ein Projekt von Anna Lenz

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Das Projekt Fair auf Pfoten wurde im Juni 2015 ins Leben gerufen.

2 Gedanken zu “MUTHund: Ein Herzensprojekt stellt sich vor

  1. Manuela schreibt:

    Ich finde das Projekt ganz toll, Anna. Und auch, dass Du Dich durch die dummen Kommentare Deiner damaligen „Freunde“ nicht entmutigen hast lassen.

    Auch wir haben einen Hund aus dem Tierschutz. Anfangs gab es auch den ein oder anderen Punkt, den sie noch verarbeiten musste. Inzwischen fast gar nichts mehr. Aber wie aus dem Nichts kommen dann doch hin und wieder ein paar Dinge zum Vorschein, die wohl tief in ihr verwurzelt waren.

    Auch wir würden immer und nur noch Hunde aus dem Tierschutz holen. Die Hunde brauchen jemanden, der sie versteht und mit ihnen „arbeitet“ und sie nicht im Stich lässt.

    Ich wünsche Dir mit dem Projekt ganz viel Erfolg und werde es mir in die Favoriten legen. :-)

    Herzliche Grüße
    Manuela

  2. Harald schreibt:

    Hallo Anna,
    super Sache das. Ich habe eine Hündin, deren „Vergangenheit ich nicht kenne. Aus einer Familie, bei der sie ein Jahr war. Nun ja. Mein weißes „Stinktier“ liebt Vierbeiner und Frauchen abgöttisch. Hört sie mich nur freut sie sich(das berichtet Frauchen), sieht sie mich, bellt sie aufgeregt und verzieht sich. Wenn sie Sachen kaputt macht, dann mit Vorliebe meine. Getragene Socken, Jacke, ein teures Nashorn aus Holz, I-Pod, Handy, Hausschuhe…und so weiter. Anfänglich, kein fester Stuhlgang(Streß) naja. Nix schönes. So an die dreissig mal wollte ich sie schlachten…aber ist ja nix dran(damals 17 kg) Nun, Eine Horde Spatzen und nen Topf Honig hat sie immer noch im Kopf, aber ich habe gelernt, Ruhe und Gelassenheit ist die beste Therapie für uns beide. Leiden kann sie mich augenscheinlich immer noch nicht, obwohl sie eifersüchtig ist. Gelernt habe ich viel von meinem weißen „Stinktier“. Und das ist richtig gut. Als doch des öfteren impulsiverer Mensch, Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen kommt mir nun beruflich mehr als zu Gute. Und das! hab ich nur durch meine kleine weiße Doof gelernt. Mittlerweile ist sie das 6te Jahr bei mir/uns und ohne sie ist es schon unvorstellbar.

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